Fahrt nach Ausschwitz

BDKJ NRW organisierte Fahrt nach Auschwitz – viele interessierte Schülerinnen fuhren mit:

Unsere Fahrt nach Polen zum Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau

Auschwitz Birkenau1

Auschwitz Birkenau

Am 12. Oktober gegen 8:00 Uhr sind wir vom Maspernplatz aufgebrochen und um ca. 22:30 Uhr in Krakau angekommen. Unser Hostel lag im jüdischen Viertel und kurz nach der Ankunft haben wir uns auf die Zimmer aufgeteilt.

Innenhof unseres Hotels3

Innenhof unseres Hostels

Am Montagmorgen haben wir uns um 8:00 Uhr vor dem Hostel getroffen und sind zusammen zum Frühstück ins Restaurant gegangen. Anschließend hat uns Agnes (unsere Reiseleiterin) am Hostel empfangen und von dort aus ging es zum Schloss Wavel. Dort hat sie uns die Kathedrale auf dem Schlosshügel gezeigt. Danach haben wir uns in der Krakauer Altstadt die Universität, Oscar Schindlers Haus und Kirchen angeschaut. Unter anderem haben wir die St. Marienkirche besichtigt. Neben der Kirche haben wir ein Brautpaar beim Fotoshooting beobachtet.

Marienkirche in Krakau2

Marienkirche in Krakau

Dort hat sich Agnes von uns verabschiedet und wir sind zu Fuß zu Oscar Schindler‘s Fabrik gegangen. In der Fabrik haben wir gesehen wie die Nationalsozialisten versucht haben, Krakau „einzudeutschen“. Nach der Führung hatten wir noch Zeit, uns das Museum selbstständig anzuschauen und anschließend bis 20.00 Uhr Freizeit. Am Abend gab es einen gemeinsamen Abschluss, wo jeder erzählen konnte, wie ihm der Tag gefallen hat. Später haben wir dann noch Karten gespielt.

Schindlers Büro1

 Schindler´s Büro in seiner Fabrik

Am Dienstagmorgen sind wir eine Stunde mit dem Bus von Krakau zur Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau gefahren. Diese Gedenkstätte besteht aus 3 Konzentrationslagern (KZ). Dem Stammlager Auschwitz I, dem eigentlichen Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und dem Arbeitslager Monowitz. Zuerst bekamen wir eine Führung durch das Stammlager.

Tor Arbeit macht frei3

Tor: „Arbeit macht frei“

Am Anfang haben wir den „Arbeit macht frei“-Schriftzug über dem Eingangstor gesehen, durch das die Arbeiter täglich gehen mussten. Auch wir sind dann durch dieses Tor gegangen. Während der Führung haben wir verschiedenen Gebäude besichtigt, die sogenannten „Baracken“, in welchen die Häftlinge gelebt, gefoltert und gestorben sind. In einer Baracke konnten wir die leeren Koffer sehen, die den Häftlingen weggenommen wurden. Ein anderer Raum enthielt viele verschiedene Arten von Schuhen, die die Menschen ausziehen mussten. Darunter waren auch Kinderschuhe. Außerdem wurde uns die Todesmauer gezeigt, an der Häftlinge erschossen wurden. In einer anderen Baracke befanden sich „Stehzellen“. Dort mussten bis zu vier Menschen in einer 1 m2 großen Zelle die ganze Nacht lang stehen und am nächsten Tag direkt wieder arbeiten. Am Ende unserer Führung im Stammlager haben wir noch ein Krematorium gesehen. Zum Gedenken an die dort Gestorbenen durften wir in diesen Räumen nicht sprechen.

Baracken im Stammlager4

 Baracken im Stammlager Auschwitz

Nach der Führung sind wir mit dem Bus und unserem Museumsführer nach Auschwitz-Birkenau gefahren. Dort haben wir uns  die „Sauna“ angeschaut. Hier wurden den Häftlingen die Haare geschoren. Außerdem wurde an ihrem Körper nach wertvollen Gegenständen gesucht und dabei auch noch geschaut, ob die Frauen schwanger waren. Unter anderem haben wir erfahren, dass von dem Lagerarzt Dr. Mengele unterschiedliche Versuche an Kindern, bevorzugt Zwillingen, gemacht wurden. Offiziell legte man es aus, dass dies den Forschungen für die Medizin dienen sollte, gleichzeitig nahmen die Ärzte in Kauf, dass die Häftlingen bzw. Kinder dabei starben. Am Ende des Tages hatten wir beim Abendabschluss Gelegenheit unsere Erfahrungen auszutauschen.

Am Mittwoch nach dem Frühstück hat Anges uns das jüdische Viertel gezeigt. Dort haben wir eine Synagoge besichtigt und den jüdischen Marktplatz gesehen. Nach der Führung hatten wir noch Gelegenheit das Viertel auf eigene Faust zu erkunden. Gegen Mittag haben wir uns alle zu einem Gespräch mit einer Zeitzeugin wiedergetroffen. Da sie polnisch gesprochen hat, musste Agnes für uns übersetzen. Diese Zeitzeugin hat aus ihrer Sicht geschildert, wie sie die Zeit im Konzentrationslager erlebt hat. Sie hat uns sogar ihre Häftlingsnummer gezeigt, die ihr auf dem Arm tätowiert wurde.  Am Ende durften wir noch Fragen stellen, die uns dann von ihr beantwortet wurden. Nach dem Zeitzeugengespräch hatten wir Zeit in eigenen Gruppen Essen zu gehen. Gegen 21:00 Uhr haben wir uns wieder im Hostel zu unserem gemeinsamen Abendabschluss getroffen und eine Gedenkfeier für den nächsten Tag vorbereitet.

Zeitzeugin2

 Zeitzeugin

Am Donnerstag sind wir erneut nach Auschwitz-Birkenau gefahren und hielten dort die Gedenkfeier ab, die wir am vorherigen Tag vorbereitet haben. Es wurden Gebete vorgelesen, Gedanken gesprochen und jeder konnte eine Blume auf eine Steintafel legen. Wir Schülerinnen sollten eine kleine Präsentation vorbereiten, von einer Sache, die uns interessierte, z.B. von der „Sauna“ oder den Baracken. Hierzu teilte sich die Gruppe auf. Nachdem die Schülerinnen fertig waren, die eine Sache aus Birkenau hatten, sind diese zurück zum Stammlager gefahren, wo wiederum die anderen Schülerinnen ihre Präsentation vorbereitet haben.

Anschließend sind wir zurück zum Hostel gefahren und danach alle zusammen in ein jüdisches Lokal zum Essen gegangen. Das Essen wurde im Hintergrund von einem Trio mit Klezmer-Musik untermalt. Wie jeden Abend haben wir am Abend im Hostel eine Besprechung gemacht, wo wir sagen konnten, was uns an der ganzen Fahrt am besten gefallen oder was uns beschäftigt hat.

Am Freitagmorgen haben wir uns direkt nach dem Frühstück auf die Rückfahrt begeben. Nach einer langen Fahrt sind wir um 23.00 Uhr wieder in Paderborn angekommen.

 

Maike Töpfer (R10b) und Annika Jürgens (R10a)