Frankreich

Un voyage inoubliable

1. Beginn

Am liebsten hätten wir diesen Moment niemals losgelassen und wären zu gerne dortgeblieben – in dieser kleinen alten Stadt, in der wir unser Französisch aufbessern wollten. Diese Worte beschreiben wohl am besten die Fahrt der Französisch-Kurse in die kleine elsässische Stadt Colmar.

Die unvergessliche Reise begann am Montag, den 11. Juni. Die Schülerinnen der Kurse 8 und 9 und einige aus dem Kurs des Jahrgangs 10 machten sich mit zwei Lehrerinnen auf den Weg nach Frankreich, genauer: ins Elsass. Die Busfahrt dauerte ungefähr 8 Stunden, aber davon ließen sich niemand stören. Am selben Tag konnten sie noch bei einem ersten Rundgang die Stadt auskundschaften.

Am darauf folgenden Tag standen gleich zwei Höhepunkte auf dem Programm. Es ging per Bus zum Musée du Chocolat, wo nicht nur bestaunt werden konnte, wie in früheren Zeiten Schokolade hergestellt wurde, sondern wer mochte, konnte sich auch davon überzeugen, dass französische Schokolade sehr lecker ist. Weniger für den Gaumen, sondern mehr für die Augen gab‘s dann beim Besuch im Chateau du Haut-Koenigsbourg, der von den Hohenstaufen um 1147 erbaute Königsburg. Zwar war das Wetter nicht so gut, doch jeder war von der Aussicht auf die Rheinebene begeistert. Obwohl die traumhaft schöne Aussicht von grauen Wolken getrübt war, verzauberte der Ausblick auf die Burg und die umliegenden Vogesen mit ihren kleinen Dörfern jeden Einzelnen. Der pompöse Thronsaal war so imponierend, dass einige Schüler und eine Lehrkraft entschieden, sich später selbst einmal eine Burg zu kaufen… 🙂

Den Nachmittag hatten die Schülerinnen zur freien Verfügung. Manche probierten das heimische Essen – insbesondere Flammkuchen -, andere genossen die Atmosphäre von Colmar, einer kleinen Stadt mit einem außergewöhnlichen Charme.

Von Colmar ist es nur ein kleiner Sprung bis nach Straßburg, wo die Gruppe aus Paderborn im Europaparlament erwartet wurde. Da hier zum Zeitpunkt der Reise die sogenannte Plenarwoche stattfand, konnten wir an einer Plenarsitzung des Parlaments teilnehmen. Im großen Plenarsaal hatten die Schülerinnen und Lehrerinnen die Möglichkeit, den europäischen Abgeordneten, also den Vertretern von jedem einzelnen Land, bei ihrer Debatte zuzuhören. Wir hatten außerdem die besondere Gelegenheit, den holländischen Premierminister Mark Rutte mit seiner Grundsatzrede zur Europäischen Union im Europäischen Parlament  erleben zu können. Als es Zeit war zu gehen, wollten viele nicht ihren Platz verlassen, weil es so interessant war. Im Anschluss an die Plenarsitzung bestand dann noch Gelegenheit, sich näher über die Aufgaben des Parlaments und die Europäische Union zu informieren. Das war ebenso spannend wie lehrreich und vermittelte allen Dank des hervorragenden Referenten das Gefühl, wie wichtig Europa für uns alle ist.

Vom Parlament ging es dann aufs Schiff, um Straßburg von der Wasserseite aus zu erkunden. Der politische Einfluss auf die Diskussionen und Gespräche ging aber trotzdem nicht verloren, denn auf der Rückfahrt hielt eine „Abgeordnete“ in Person einer Schülerin aus dem Jahrgang 10 eine kleine Rede, der sich eine „Fragestunde“ im Bus zu europapolitischen Themen anschloss. So verging die Zeit auf der Rückfahrt wie im Flug.

Obwohl die Schülerinnen schon 3 Tage lang die Stadt erkunden konnten, erhielten sie erst am Donnerstag eine Stadtführung durch die kleine elsässische Stadt Colmar. Vor allem die Blumenpracht in „Klein Venedig“ verleiht der elsässischen Stadt ihr wunderschönes Flair. Auf dem Wochenmarkt konnten die Schülerinnen ihr Französisch testen. Dort strotzte es vor Oliven, frischem Obst und heimischer Kleidung. Die Sonne, die über der Stadt lag, machte alles noch freundlicher. Für einen kurzen Abstecher ins Museum wurde eine Sonnenpause eingelegt und der Isenheimer Altar besichtigt. Hier konnte man direkt bestaunen, wovon die Religionslehrer im fernen Paderborn bereits gesprochen hatten. Pracht und Größe des Gemäldes waren beeindruckend.

Da jede Reise einmal vorbei sein muss, wollten die Zehntklässlerinnen den letzten Abend noch einmal mit den Lehrerinnen verbringen. Gemeinsam ließen sie sich die elsässische Küche schmecken und erinnerten sich an so manche gemeinsamen Momente der letzten Jahre zurück. Denn für die Zehntklässlerinnen endete nicht nur die Reise nach Frankreich, sondern auch ihre Reise an der Realschule St. Michael.

Um alles noch einmal abzurunden: Manche Momente und Gegenden sind so schön, dass wir sie einfach nur an unser Herz pressen und niemals loslassen möchten.

                                                                       Text: Julia Prey (10a)/Fotos: K. Reinstadler