Grundschule

Von der pädagogischen Idee zum Raumkonzept

Katholische Grundschule auf dem Gelände der Schulen St. Michael in Paderborn mit dem besonderen pädagogischen Schwerpunkt „Musik“ nimmt Gestalt an

Paderborn (pdp). Im letzten Jahr beschloss Erzbischof Hans-Josef Becker den Bau einer privaten katholischen Grundschule mit dem besonderen pädagogischen Schwerpunkt „Musik“ auf dem Gelände der Schulen St. Michael in Paderborn. Das mit der Durchführung der Planungsphase beauftragte Architekturbüro Hausmann aus Aachen brachte jetzt Vertreter aus allen in das Bauprojekt involvierten Bereichen in einem Workshop zusammen, um eine zentrale Frage zu diskutieren: Wie kann das pädagogische Konzept einer inklusiven katholischen Grundschule mit musischem Schwerpunkt in einem konkreten Raum- und Nutzungskonzept Gestalt annehmen?

Der Workshop in den Schulen St. Michael machte verschiedene Perspektiven deutlich, die beim Bau der neuen katholischen Grundschule zum Tragen kommen: So waren Verantwortliche der Hauptabteilung Schule und Erziehung sowie aus dem Bauamt des Erzbischöflichen Generalvikariats, die Schulleitungen des Gymnasiums und der Realschule St. Michael, Lehrer-, Eltern- und Schülervertreter, Grundschulpädagogen, die Verantwortlichen der Paderborner Dommusik und ein Dozent von der Musikhochschule Detmold „an einem Tisch“ zusammengekommen. Sie trugen Ideen, Bedürfnisse, Erfordernisse, aber auch Bedenken zusammen, die bei der Erstellung eines Entwurfs zum Bau des neuen Schulgebäudes zu berücksichtigen sind.
Jeder Workshop-Teilnehmer konnte zunächst in einem Fragebogen zum Thema „Räumliche Anforderungen für das Lernen“ seine Einschätzung abgeben, wie das neu zu errichtende Grundschul-Gebäude räumlich am besten seinem pädagogischen Konzept gerecht werden kann. Anschließend wurden in verschiedenen Gruppen Schwerpunktthemen bearbeitet: die Gestaltung der Lernbereiche, der Ganztagsbereiche, des Musik-Schwerpunktbereichs, der Lehrer- und Elternbereiche und des Gesamt-Campus der Schulen St. Michael in Paderborn.
Einig waren sich die Teilnehmer darin, dass sowohl das Prinzip der „Ganzheitlichkeit“ als auch eine „Inklusionsausrichtung“ feste Bestandteile des pädagogischen und räumlichen Konzepts der neuen katholischen Grundschule sein müssen. Breiten Raum nahm die Diskussion zur Gestaltung der räumlichen Schnittstellen zum Gymnasium und zur Realschule St. Michael ein. Die „Raumweite“ des Schulgeländes solle nach Möglichkeit weitestgehend erhalten werden, so die Teilnehmenden.
Die neue private katholische Grundschule des Erzbistums Paderborn ist zweizügig geplant und wird somit Platz bieten für vier Mal 50 Kinder und entsprechend acht Lehrer. Mit ihrem besonderen pädagogischen Schwerpunkt „Musik“ wird die neue Grundschule über ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal im Raum Paderborn verfügen. Neben dem gemeinsamen Musizieren im Schulunterricht wird die neue Grundschule intensiv mit der Paderborner Dommusik zusammenarbeiten. Mit dem Bau der neuen katholischen Grundschule wird an den Schulen St. Michael eine durchgängige Belegbarkeit der Klassen 1 bis 12 geschaffen. Trotz dieser Durchgängigkeit müsse jedoch jede Schulform ihre Eigenständigkeit bewahren, bilanzierten die Workshop-Teilnehmer. Ein weiterer Workshop wird im Juli folgen. (pdp-n-11.06.2014)

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Sprecher aus den verschiedenen Gruppen präsentierten die Diskussionsergebnisse dem Plenum, hier: Domkapellmeister Thomas Berning.

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In engagiert geführten Diskussionen erarbeiteten die verschiednen Gruppen erste Überlegungen zu einem Raumkonzept der neuen katholischen Grundschule St. Michael.