Hungertuch

„Ich bin, weil du bist“ – Kreative Auseinandersetzung der 6c mit dem Hungertuch 2017

hungertuch

Auf Einladung der Klasse R 6c und ihrer Lehrerin Frau M. Ewers präsentierte die Schulseelsorgerin Frau B. Schmidt im Rahmen einer Arbeitsstunde das neue Hungertuch der diesjährigen Misereor-Fastenaktion, das von dem nigerianischen Künstler Chidi Kwubiri geschaffen wurde.

Nach einer kurzen Einführung mit vielen Informationen zu dem Künstler und seinem Werk stand die kreative, gestalterische Auseinandersetzung damit im Mittelpunkt der Stunde.


Das neue Hungertuch trägt den Titel „Ich bin, weil du bist“ und zeigt in zwei klar voneinander abgegrenzten Farbflächen die Begegnung zweier afrikanischer Menschen, die sich respektvoll anschauen und ihre Arme über eine Grenze hinweg auf die Schulter des anderen legen; gemalt ist es in der „Dripping Technik“, wobei die Farben Grün und Gelb nuancenreich auf den Untergrund aufgetropft und die Umrisse mit dem Pinsel herausgearbeitet worden sind.

Der Künstler hat sich in der Farbwahl inspirieren lassen von den beiden großen nigerianischen Flüssen, dem gelb scheinenden Niger und dem grün schimmernden Benue. Grün steht dabei für Schöpfung und gelb für das Göttliche. Das Thema „Ich bin, weil du bist“ kommt aus der afrikanischen Lebensphilosophie „Ubuntu“ und meint, dass alle und alles miteinander in Beziehung stehen. Keiner steht und ist allein.

Die Mädchen der Klasse stellten die Begegnung der beiden unterschiedlich großen Menschen auf Augenhöhe dar und interpretierten ebenfalls die gewählte Farbwahl der Gelb- und Grüntöne des Künstlers Chidi Kwubiri. Der senkrechte weiße Strich in der Mitte lässt vielfältige Deutungen zu, so kann er dazu auffordern, trennende Grenzen zu überschreiten, aber auch ausdrücken, dass jeder Mensch seine Individualität behält.

Hungertuch

Im Anschluss erhielt jedes Mädchen eine Schwarzweiß-Kopie der Hungertuches und somit die Möglichkeit, ein eigenes, persönliches Hungertuch mit individuellen Akzenten zu gestalten.

Die farbenfrohen Arbeiten werden uns in den nächsten Wochen im Klassenraum begleiten.

Die Schülerin Isa über ihr gestaltetes Hungertuch:

„Auf meinem Hungertuch habe ich die Personen in der Farbe des jeweils anderen umrahmt, um auszudrücken, dass der weiße Strich in der Mitte, die Grenze, überschritten wird. Den Hintergrund  habe ich in grün und lila gemalt. Ich habe mir matte Farben ausgesucht, damit die Wörter, die im Hintergrund zu sehen sind, klarer rüberkommen. Diese Wörter sind für mich sehr wichtig: Hoffnung – Leben – Freude – heilig – Frieden – Geborgenheit. Ich habe das Wort „Hoffnung“ genommen, weil das Hungertuch ja auch für die armen Menschen in Afrika ist, sie brauchen Hoffnung. Ich habe das Wort „Geborgenheit“ genommen, da man ein zuhause braucht, das einem Geborgenheit gibt.“

Misereor ruft in der Fastenzeit vor allem dazu auf, für das afrikanische Land Burkina Faso zu spenden, um den Menschen dort zu helfen. Aber es geht auch um uns selber und wie wir einander begegnen.

Text/ Fotos: Klasse R 6c, B. Schmidt, M. Ewers