Jungen-Klasse

image0011Jungen-Klasse soll schnell Normalität sein

„Wir freuen uns auf unseren gemeinsamen Start mit weiterhin 380 Mädchen und erstmalig mit 30 Jungen“, begrüßte Gertrud Oppenhoff, Schulleiterin der Realschule St Michael in Paderborn, die Schülerinnen und Schüler zum Schulstart in dieser Woche. Insgesamt waren es 90 Neuaufnahmen, die mit einem Segnungsgottesdienst im Hohen Dom zu Paderborn in die Schulgemeinschaft der Realschule aufgenommen wurden.

Mit dem Schuljahr 2015/16 Jahrgang startet die Realschule St. Michael erstmals dreizügig. „Die Anmeldezahlen sind weiterhin hoch“, stellte Schulleiterin Gertrud Oppenhoff erfreut fest. Mit insgesamt 60 Anmeldungen konnten zwei Mädchenklassen eingerichtet werden und – nach dem Prinzip der parallelen Monoedukation – erstmals auch eine Jungenklasse. Über 50 Anmeldungen erreichten die Schule, doch lediglich 30 Plätze konnten nur an die Jungen vergeben werden.

„An das Bild von Jungen auf dem Schulgelände haben wir uns schon längst gewöhnt“, blickt RR i.E. Gertrud Oppenhoff  auf die Erfahrungen des benachbarten Gymnasiums St. Michael, das bereits vor drei Schuljahren erstmals Jungen aufnahm. Während das Gymnasium damals in der Vorreiterrolle quasi im „Sprint“ die Neuerung übernommen habe, sei der Prozess an der Realschule eher wie ein „Marathon“ mit entsprechender Vorbereitung verlaufen. Auch Erfahrungen aus anderen Schulen seien gesammelt und umgesetzt worden, so dass Schulleiterin Gertrud Oppenhoff zuversichtlich ist, dass die Jungen an der Realschule schnell Normalität werden.

Die neuen Fünftklässler verbrachten die ersten Schulstunden mit ihren Klassenlehrerteams damit, organisatorische Aufgaben und Fragen zu besprechen. Dabei unterscheidet sich die Jungenklasse nicht von den Mädchenklassen: Parallelen gibt es beim Stundenplan, Klassengröße und Vorgabe der Lernrichtlinien. Stefanie Ernst und Matthias Bergmann, das Klassenlehrerteam der Jungenklasse, freuen sich auf ihr neues Aufgabenfeld, zu dem sie sich besonders vorbereitet und fortgebildet haben.

Dabei möchte die Realschule St. Michael die positiven Erfahrungen der Mädchenbildung auf die spezifischen Neigungen und Bedürfnisse der Jungen übertragen und ihnen mit den Angeboten Raum und Zeit für eine gelingende Entwicklung geben, indem Interessen und Neigungen gefördert werden. Unterrichtsmethoden und –formen sind auf Jungengruppen abgestimmt.

Trotz der Trennung im Unterricht von Mädchen und Jungen gibt es viele Gemeinsamkeiten der gesamten Schulgemeinschaft: Gottesdienste und Feiern, Betreuungsangebote am Nachmittag, SV-Arbeit und Arbeitsgemeinschaften, Fahrten und Ausflüge sowie die Begegnungen in den Pausen und auf dem Schulgelände.

Die Jungen der neuen Klasse freuen sich jedenfalls auf ihre Zeit an der Realschule St. Michael. „In der Grundschule waren wir nur 16 Schüler, hier sind es doppelt so viel“, berichtete einer der Neuankömmlinge und hofft, dass er dadurch auch noch viel mehr Freunde gewinnen kann. Auch von der Größe der Schule und den Möglichkeiten war ein anderer begeistert, während sein Tischnachbar mit Begeisterung auf die Bewegungsmöglichkeiten auf den Schulhof blickt. „Ich bin froh, dass unsere Unterrichtsstunden länger sind“, hatte sich ein „Neuer“ schon mit der Philosophie der 67,5 Minuten-Unterrichtseinheit (statt der üblichen 45 Minuten) beschäftigt. Für ihn bedeutet dies: leichtere Schultasche, weniger Fächer am Tag und weniger Wechsel bei Lehrpersonal. Für Schmunzeln bei seinen neuen Mitschülern sorgte die Aussage bei einem der Fünftklässler: „Endlich mal keine Mädchen in der Klasse.“

Bild erster Schultag Kinder und Eltern(v.l.) Valentino Oraha, Elisa Kubi, Felix Benke, Johanna Burshille (Schülerinnen und Schüler der Klassen 5); hinten: Eltern von Valentino: Sagvan und Sana Oraha; Eltern von Felix: Daniela und Ralf Benke; Vater und Oma von Elisa: Alexander Kubi und Maria Kubi. (Foto: Karoline Reinstadler)

Die Neuankömmlinge der Realschule wurden von Paten aus den 9. Klassen mit Taschen mit einem Schullogo und einem Vers aus dem Schulsong ausgestattet und in die Aula zur Begrüßung geführt. Für den musikalischen Willkommensgruß sorgte der Jahrgangsstufenchor der 6. Klassen.

Stichwort „Parallele Monoedukation“

Das Konzept der parallelen Monoedukation bedeutet, dass Mädchen und Jungen in getrennten Lerngruppen unterrichtet werden. Mädchen und Jungen entwickeln sich gerade in der Zeit der Pubertät unterschiedlich. Durch die Unterrichtsform der parallelen Monoedukation wird diesen entwicklungspsychologischen Gegebenheiten Rechnung getragen. In einigen Fächern und Kursen wird es keine Trennung geben, da die Lerngruppen eine Mindestgröße erreichen müssen: Evangelische Religionslehre, Wahlpflichtfächer ab Klasse 7, Aufbau- und Pluskurse im Rahmen der individuellen Förderung.

Paderborn.pdp  Paderborn, 14. August 2015