Kino für den Jahrgang 6

Unser Jahrgang 6 besucht „Timm Thaler“ im Kino

Die Auswirkungen des verkauften Lachens werden gebannt verfolgt

Gewissermaßen als Auftakt in das zweite Schulhalbjahr besuchte der komplette Jahrgang 6 die Neuverfilmung des Klassikers „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“.

Der überwiegend ernste Film beeindruckte durch humorvolle, traurige, fantastische, aber auch gruselige Szenen. Timm Thalers Schicksal und die Folgen des Tauschgeschäftes zogen Mädchen und Jungen gleichermaßen in ihren Bann und wurden auf der Leinwand mit betroffenem Schweigen verfolgt.

Nachdem der Junge Timm, dessen Mutter bereits gestorben ist, durch einen Arbeitsunfall nun auch noch seinen Vater verliert und unglücklich mit der Stiefmutter und dem Stiefbruder Erwin in ärmlichen Verhältnissen lebt, ist der richtige Moment für Baron Lefuet gekommen. Er führt Timm vor Augen, dass er nichts mehr zu lachen habe und sein herzliches Lachen deswegen gleich ihm überlassen könne. Im Gegenzug würde er fortan jede Wette gewinnen.

Was Timm nicht weiß, ist, dass er mit jeder weiteren gewonnenen Wette auch einen Teil seiner Seele verliert. Baron Lefuet (bitte rückwärts lesen) und seine Helfer beobachten und protokollieren von nun an jeden Schritt Timms, teils auch undercover in liebenswerte kleine Ratten verwandelt.

Am Schluss erkennt Timm, wie wichtig es ist, gute Freunde zu haben, die in der scheinbar ausweglosen Situation an seiner Seite stehen und wichtiger sind als alles Geld der Welt.

sprachabschneider

(Buchcover von http://www.buecher.de)

Die Idee zu dem Kinobesuch entstand im Deutschunterricht der R 6c bei der Lektüre der Erzählung „Der Sprachabschneider“ von Hans Joachim Schädlich. Auch hier steht ein Tauschgeschäft im Mittelpunkt der Handlung. Der Schüler Paul verkauft dem geheimnisvollen Mann Vielolog, dem Sprachabschneider, nach und nach Teile seiner Sprache, angefangen mit Präpositionen und den bestimmten Artikeln. Vielolog erledigt dafür Pauls Hausaufgaben, so dass dieser mehr Zeit für seine Hobbys hat. Allmählich bemerkt Paul, dass er mit der gewonnenen Freizeit alleine nicht viel anfangen kann und – was viel schlimmer ist -, von seinen Mitmenschen nicht mehr verstanden wird. Er hat ähnlich wie Timm Thaler einen Teil seiner Persönlichkeit verloren.

Des Rätsels Lösung liegt auch hier in der Freundschaft. Pauls Freund Bruno hilft ihm, die Sprache neu zu lernen und sie versuchen gemeinsam, die gestellte Aufgabe von Vielolog zur Entzauberung zu lösen.

Der Pakt mit dem Teufel ist in der Literatur seit jeher ein faszinierendes Motiv, denkt man nur an Adalbert von Chamissos „Schlemihl“, der dem Teufel seinen Schatten verkauft oder auch an Johann Wolfgang von Goethes „Faust“, der einen Pakt mit Mephisto schließt.

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Text / Foto: Monika Ewers