Kooperation

Unterricht mit kreativer Note

Diözesanmuseum schließt Kooperationsvereinbarung mit den Michaelsschulen

VON ANDREAS GÖTTE

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Paderborn. Junge Menschen für den Gang ins Museum zu begeistern ist nicht so einfach. Wenn Schüler jedoch ihre im Kunstunterricht erschaffenen Werke dort ausstellen dürfen, sieht die Sache bereits anders aus. Das geschieht gerade im Zuge einer Kooperation zwischen den Michaelsschulen und dem Diözesanmuseum.

 

 

Gestern unterzeichnete Museumsdirektor Christoph Stiegemann einen zunächst auf zwei Jahre angelegten Kooperationsvertrag mit der Realschule und dem Gymnasium St. Michael. Beide Schulen waren bisher bereits Laborschule für das Diözesanmuseum. Christoph Stiegemann freute sich über den weiteren Schritt. „Wir suchen immer ansprechende Formate und können durch die kreativen Impulse von außen auch unser museumspädagogisches Profil schärfen“, so der Museumschef. Das passe zudem auch gut zum neuen Zukunftsbild des Erzbistums.

Von „einer großen Chance für unsere Schulen“, sprach Elisabeth Cremer, Direktorin des Michael-Gymnasiums. Mit der Kooperation sinke die Schwellenangst, in ein Museum zu gehen.

Die Schülerinnen der Klasse 6 b der Realschule haben diese Angst nicht mehr. Sie zeigen gerade rund 25 Zeichnungen, die sich mit dem Umbau des Domdaches beschäftigen. Dafür haben die Schülerinnen sogar das Fernglas benutzt, um im Unterricht die Baustelle besser beobachten zu können. Die Aufgabe hatte sich als schwierig erwiesen. Gut umgesetzt wurde sie trotzdem. Manche Bilder ähneln sogar verblüffend den Fotos der Ingenieure. Mit in die Ausstellung integriert sind auch Original-Teile vom Dom wie beispielsweise Reste vom Kupferdach und von Skulpturen. Jede Zeichnung zeigt einen bestimmten Moment vom Umbau. Auf diese Weise wurden die jungen Schülerinnen zu Stadtzeichnern, auch Urban Sketcher genannt.

Die jungen Künstlerinnen, die als Dankeschön freien Eintritt bekommen, waren ganz begeistert. „Das ist für uns wie ein zweites Klassenzimmer“, freute sich Lena Unkhoff. „Es macht Spaß zu sehen, wie alles ausgestellt wird“, meint Jenna Thiele. Und Sofie Fleitmann: „Ich finde es gut, dass andere Kinder sehen, dass auch Kinder etwas ausstellen können.“

Die Ausstellung ist bis Mitte Januar 2015 im Diözesanmuseum zu sehen. Auch mit dem Reismann-Gymnasium und dem Theodorianum hat das Diözesanmuseum schon zusammengearbeitet.

© 2014 Neue Westfälische

15 – Paderborn (Kreis), Dienstag 09. Dezember 2014