Lesung

„Sie wollten nicht wegsehen – da wagten sie alles!“

Dirk Reinhardt liest aus seinem Roman: „Edelweißpiraten

Buch - Titelblatt

Die junge Widerstandsgruppe gegen das Naziregime „Die Weiße Rose“ kennen alle, doch wer hat schon einmal von den „Edelweißpiraten“ gehört? Die Geschichte dieser tapferen jugendlichen Widerstandskämpfer aus dem Ruhrgebiet bekannt zu machen, das hat sich der Autor Dirk Reinhardt zur Aufgabe gemacht und den Roman „Edelweißpiraten“ geschrieben. Die von Schwester Ancilla in Zusammenarbeit mit Frau Linnemann am 11. 5. 2015 in der Aula unserer Schulen organisierte Lesung verfolgten unsere 8. bis 10. Klassen sowie die 9. Klassen aus dem Gymnasium mit gespannter Aufmerksamkeit.

Der sechzehnjährige Daniel begegnet auf dem Friedhof einem alten Mann, Josef Gerlach, der ihm bald nach ihrem Kennenlernen seine Aufzeichnungen aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges zum Lesen gibt. Dieses Tagebuch erzählt die Geschichte der „Edelweißpiraten“ von Köln-Ehrenfeld und von ihrem Kampf gegen die Nazis für ihren Traum von Freiheit. Sie wollten nicht mehr wegsehen, sondern etwas tun. Die Ängste und Grausamkeiten des Zweiten Weltkriegs und auch viele Orte wie Konzentrationslager und Verhör-Räume werden in ihrem Schrecken dargestellt, doch geht es auch um Freundschaft, Treue, Verantwortung, Mut und Liebe.

Autor liest mit Buch im HintergrundPublikum

Im Anschluss an die Lesung konnten die Schülerinnen noch ihre Fragen an den sehr gesprächsbereiten und sachkundigen Autor stellen und sie erfuhren so Interessantes über Werk und Entstehungsgeschichte: Dass der Autor keine „Edelweißpiraten“ selbst mehr befragen konnte, da sie entweder bereits im Krieg oder vor Beginn seiner Recherchen gestorben waren, dass er aber mit Zeitzeugen gesprochen habe, die ihm aus eigenen Erfahrungen von den Mitgliedern der Gruppe und ihren Aktionen erzählen konnte und dass er außerdem viel in Archiven geforscht hätte. Dass er die Geschichte der „Edelweißpiraten“ lieber als Roman in Tagebuchform denn als Sachbuch geschrieben habe, weil er damit die Stimmung der Zeit und das, was ihr politisches Engagement damals für ihr Leben bedeutet hatte, besser vermitteln konnte.

Die interessante und ansprechende Lesung schloss mit einem verdientem Applaus für den engagierten Autor.

Autor beantwortet Fragen

Text und Fotos: K. Reinstadler