Life of Pi

Life of Pi – Wie funktioniert die Synchronisation eines Spielfilms?

BildLife of pievon links nach rechts: drei Schülerinnen unseres 10. Jahrgangs, Herr Christoph Cierpka und Herr Kröger

Um diese Frage zu beantworten, besuchten am 29.01.2014 die Schülerinnen der Jahrgangsstufe 10 mit ihren Lehrern Herrn Weber und Herrn Allroggen im Rahmen der Schulkino-Wochen in der UCI Kinowelt den mehrfach ausgezeichneten Film „Life of Pi – Schiffbruch mit Tiger“.

Mit anwesend waren Herr Günther Kröger vom Medienzentrum Paderborn und der erfolgreiche Berliner Synchron-Regisseur Herr Christoph Cierpka. Herr Cierpka hat nicht nur die Synchronisation dieses erfolgreichen Films geleitet, sondern auch den Western „Django Unchained“ synchronisiert.

Im Anschuss an „Life of Pi“ plauderte Herr Cierpka aus dem Nähkästchen eines Regisseurs und beantwortete die Fragen der 65 anwesenden Schülerinnen:

Heute würden nicht einfach der Synchrontext in einer „Glaskabine“ in ein Mikrofon gesprochen, während man den Film beobachtete, so wie es lange Zeit üblich war. Die Synchronsprecher „leideten mit den Filmschauspielern“.
Bei der Aufnahme müssten die Sprecher z.B. auf ein Wackelbrett, um die Bewegungen eines kleinen Rettungsbootes zu simulieren, oder um Atemnot im Wasser auszudrücken, würde der Kopf des Sprechers in einen Wassereimer getaucht, bevor er spricht.

Herr Cierpka hat am deutschen Buch für Life of Pi drei Wochen lang geschrieben, zwei Wochen standen die Akteure für die eigentliche Synchronisation des Films im Studio. Erste Vorbereitungen, wie z.B. die Auswahl der Sprecher, haben noch einmal einige Wochen verschlungen.

Deutschland ist eines der Länder, in dem die meisten Filme synchronisiert werden, egal ob Spielfilme oder Serien. Viele Länder bringen keine Synchronfassungen, sondern statten die Sendungen mit Untertiteln aus. Das ist zwar preiswerter, aber für den Zuschauer nicht so komfortabel.

Insgesamt war es ein schöner Vormittag, mit einem lehrreichen, fesselnden, teilweise atemberaubenden Film, der viele Impulse gegeben und seine Wirkung bei den Zuschauern nicht verfehlt hat.
Das intensive Gespräch mit Herrn Cierpka hat uns einen umfassenden Einblick in die Vorgehensweise bei der Synchronisation eines Kinofilms gegeben.
Zum Abschluss gab es kleine Geschenke wie Filmplakate, Mützen und einen Hut, den Christoph Waltz im Film „Django Unchained“ getragen hat.

Bruno Allroggen