Paderborn

Dokumentarfilm „Paderborn“ beeindruckt unsere 9. und 10. Klassen

 

qRuXCIu5Pz8m9KltJ0mzekXXod3MY3DUjq9RIO1shVo1Regisseur Julian Jakobsmeyer, Zeitzeuge Heinrich Disselnmeyer, seine Enkelin Lina Disselnmeyer aus der 10a [ganz rechts außen] sowie die Klassensprecherinnen der 9. und 10. Klassen im Kino Cineplex)

 

Mit gemischten Erwartungen strömten fast 130 Schülerinnen der 9. und 10. Klasse in den Kinosaal des Cineplex, um sich in einer Schulvorstellung den vielbesuchten und vieldiskutierten Dokumentarfilm „Paderborn“ anzusehen, der das Leben in Paderborn zwischen 1930 und 1950 durch Interviewausschnitte mit Paderborner Zeitzeugen, Verfilmungen von nachgestellten Szenen, historischen Bildern und historischen Ton- sowie Filmaufnahmen darstellt.

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War bei den Erzählungen von den unbeschwerten Kindheitserinnerungen der Zeitzeugen in den 30er Jahren noch Popkorn-Knabbern und Gekicher zu hören, stellte sich mit dem Beginn der dargestellten Erinnerungen an den immer stärker werdenden Einfluss der Nazis im Paderborner Alltagsleben immer mehr Ruhe ein, bis sich mit der Darstellung der Kriegserlebnisse und -folgen eine betroffene Stille über die Schülerinnen legte. Atemlos und fassungslos schauten sich die Mädchen die Bilder des zerstörten Doms und der ihnen bekannten Plätze Paderborns, die Spielszenen mit den in Paderborn die Macht übernehmenden Alliierten und die Erzählungen der um Fassung ringenden Zeitzeugen an. Hier zeigte sich ganz deutlich eine Stärke dieses Films: Es war ihre Stadt, die da in Schutt und Asche lag, es waren Menschen aus ihrer Stadt, die von ihren schrecklichen Erlebnissen im und nach dem Krieg erzählten. So blieben alle am Ende des Films erst einmal ziemlich erschüttert zurück.

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Nach einer kurzen Pause hatten die Schülerinnen die besondere Gelegenheit sowohl mit einem der Regisseure, Herrn Jakobsmeyer, als auch mit einem der im Film zu Wort kommenden Zeitzeugen, Herrn Disselnmeyer, dem Großvater einer der Schülerinnen aus dere 10a, zu sprechen.

Herr Jakobsmeyer erzählte zunächst, wie der Film entstanden war und dass es gerade Herr Disselnmeyer war, der ihn mit zu dem Film inspiriert hätte: Herr Jakobsmeyer sei mit seinem Freund in der Liborigalerie Herrn Disselnmeyer begegnet und er hätte daraufhin zu seinem Freund gesagt, was dieser alte Herr wohl über den Krieg zu erzählen hätte, wenn er aus einem Leben berichten würde. So sei die Idee zu dem Film entstanden. Herr Jakobsmeyer beantwortete darüber hinaus viele Fragen zu Entstehungsschwierigkeiten, zur Zusammenstellung und zum Vorgehen beim Erstellen des Films auf eine für die Schülerinnen sehr ansprechende und informative Weise.

Herr Disselnmeyer erzählte dagegen mitreißend von seinen Erlebnissen während des Krieges und den Aufbaujahren danach. Er beantwortete Fragen danach, wie er spezielle Dinge erlebt hatte und wie es für ihn war, darüber in dem Film zu erzählen. Besonders eindringlich war sein Appell, dass so ein Krieg nie wieder passieren dürfe und dass gerade in der aktuellen Krisenzeit ein Eintreten für den Frieden – auch schon von Seiten der Schülerinnen – unglaublich wichtig sei.

Einen herzlichen Dank an beide für diese informative gut einstündige Fragestunde!

 

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Zurück in der Schule wurde in den anschließenden Stunden sehr deutlich, wie tief der Film und der Austausch danach die Schülerinnen bewegt hatte. „Als die Zeitzeugen ihre Geschichten erzählten, war ich den Tränen nahe“, bekannte eine Schülerin aus der 10a. Eine andere erklärte, dass sie deutsche Filme eigentlich nicht möge, aber diesen Film habe sie wirklich gut gefunden. Dieser Film habe sie schon zum Nachdenken gebracht, sagte eine Schülerin aus der 9a, besonders weil Herr Disselnmeyer ja mehrmals gewarnt habe, dass die momentanen Krisen auf der Welt die Gefahr eines großen Krieges wieder befürchten lassen. So etwas dürfe auf jeden Fall nie wieder passieren, pflichtete ihr eine Mitschülerin bei. Noch lange hat dieser Film unsere Schülerinnen wohl auch über den Schulalltag hinaus beschäftigt.

K. Reinstadler