Pierre Fourier

Festmesse zum Gedenken an den Hl. Pierre Fourier,

den Gründer der Augustiner Chorfrauen

 

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Am Dienstag, dem 9. Dezember, dem Todestag Pierre Fouriers, feierte die Schulgemeinschaft St. Michael eine feierliche Messe zum Gedenken an den Hl. Pierre Fourier, den Gründer unserer ehemaligen Träger, der Augustiner Chorfrauen.

Während des Gottesdienstes segnete und entzündete unser Schulseelsorger, Pastor Hoppe, die Jubiläumskerze und 8 Schülerinnen des Gymnasiums stellten die 8 von und für jeden Jahrgang unserer Schulen erstellten Friedenslichter auf die Stufen des Doms und verbanden mit jedem einzelnen Licht einen besonderen Wahlspruch bzw. eine besondere Überzeugung Pierre Fouriers.

 

 

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Bild 3Drei Schülerinnen der Klasse R9b informierten über die Begegnung Pierre Fouriers und Alix le Clercs, der Gründerin unserer Augustiner Chorfrauen, und ihren Persönlichkeiten und Überzeugungen in einem von Alix Beverungen geschriebenem Interview. (Dieses finden Sie am Ende des Artikels.)

 

 

 

 

 

Im Anschluss an die Festmesse bildeten die Schülerinnen und Schüler der beiden Michaelsschulen ein Friedensspalier für den Weltfrieden vom Dom bis auf den Schulhof der Michaelsschulen. Durch dieses Spalier wurden die Friedenslichter vom Dom zurück in unsere Schule getragen, wo sie alle Klassen durch das Schuljahr begleiten werden.

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Damit haben wir unser großes Pierre Fourier-Jubiläumsjahr begonnen, in dem wir durch zahlreiche große und kleine Aktionen und Festlichkeiten unseren „geistigen Gründer“ feiern und uns seiner Werte und Impulse bewusst machen. So wurden z.B. Lesezeichen mit dem von einer Schülerin gestalteten Bild Pierre Fouriers an alle Schüler/innen und das Kollegium ausgeteilt und auch das Titelbild des nächsten Hausaufgabenheftes wird in Gedenken an Pierre Fourier gestaltet sein. Über weitere Aktionen werden wir hier auf der Homepage berichten.

„ALLEN NÜTZEN, NIEMANDEM SCHADEN.“ Dieser Wahlspruch des heiligen Pierre Fourier, der auch neben seinem Bild die Jubiläumskerze schmückt, wird uns ganz besonders durch dieses Jubiläumsjahr begleiten.

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                                                                                 Bilder: B. Allroggen; Text: K. Reinstadler

Schulmesse am 9. Dezember 2014 im Dom zu Paderborn

(Reporterin steht mit den Gründern des Augustiner Chorfrauen Ordens auf den Altarstufen: Petrus Forerius und Alix le Clerc)

Reporterin:

Guten Morgen euch allen hier im Dom zu Paderborn! Ich bin eine Reporterin von Radio Hochstift und bin hierhin gekommen, da an diesem Tag ein Fest in St. Michael zu feiern ist. Ich möchte mich gerne darüber informieren, was heute an der Michaelschule so läuft und los ist, denn das interessiert unsere Hörerinnen und Hörer sehr!

Rechts und links von mir stehen zwei wichtige Personen, die eine Menge mit diesem Orden und dem heutigen Fest zu tun haben. – Vielleicht sollten sie sich euch erst einmal vorstellen!

Petrus Forerius:

Ich bin Petrus Forerius, Mitglied des Ordens der Augustiner Chorherren aus einer Abtei in Lothringen und habe zusammen mit Alix le Clerc den Orden der Augustiner Chorfrauen 1597 in der Weihnachtsnacht gegründet.

Alix le Clerc:

Ja, und ich bin Alix le Clerc.

Ich gehöre zu der Gruppe von jungen Mädchen, die sich damals um Petrus Forerius versammelte, um in unserer Stadt, in unserem Land alles Mögliche Gute tun wollte aus dem Geist des Evangeliums heraus.

Reporterin:

Jetzt haben wir ja schon einige Informationen bekommen…! – Aber da gibt es sicherlich noch etwas mehr zu erzählen! —

Wie lernten Sie beiden sich eigentlich kennen?

Petrus F.:

1597 kam ich als neuer Pfarrer in den Ort, wo Alix wohnte. Unser Orden hat die Aufgabe, Seelsorge zu betreiben und ich hatte mich aus meinem Kloster weggemeldet, um diese neue Pfarrstelle zu übernehmen. Es herrschte ein ziemliches Chaos in dieser Pfarrei – wie allerdings im gesamten Europa damals. Die Menschen erhofften Hilfe von Zaubereien, Teufelskünsten, Hexerei! Sie erzählten sich von Raub, Mord, grauenvollen Racheakten und wüsten Begebenheiten. Die Religion spielte kaum noch eine Rolle und die Menschen waren so unwissend geworden, dass sie „richtig“ von „falsch“ nicht mehr unterscheiden konnten.

Ich ordnete meine neue Pfarrei so gut es ging, sprach die Menschen gewissenhaft, aber gütig an und so lernt ich Alix le Clerc kennen. – Eines Tages stand sie vor mir.

Alix le Clerc:

Ja, das war wirklich so. Ich fand diesen neuen Pfarrer einfach tollt Er besaß Eigenschaften, die eine klare, ehrliche Linie in einem großen Chaos sehen ließen – und das war mir wichtig! Und er tat alles für die Menschen! Das steckte mich irgendwie an. Das wollte ich auch unbedingt! Und so ging ich zu ihm.

Und unsere gemeinsame Arbeit, unser gemeinsames Beten begann!

Reporter:

Man sagt ihnen beiden nach, dass sie grundverschieden sind von ihrem Wesen her! Könnten Sie das irgendwie einmal beschreiben?

Alix:

Petrus geht an alle Fragen, die im Leben so aufkommen sehr verstandesmäßig heran. Der Verstand und scharfes Denken zeichnet ihn aus‘

Petrus:

Alix ist dagegen sehr gefühlsbetont! Sie löst Fragen durch ihr Gespür für die Menschen und die Situation! Oft spielt der Verstand keine Rolle!

Alix:

Petrus ist sehr weise und vorsichtig! Er hat viel studiert, weiß recht viel und er achtet sehr darauf, dass er nichts übersieht, was wichtig sein kann in Entscheidungen!

Petrus:

Mix kann man für alles begeistern. Sie stürzt sich einfach in ein Abenteuer, egal welche Folgen das hat! Ihre Begeisterung trägt sie!

Alix:

Petrus wägt oft sorgfältig ab, er berechnet vieles, was er zu entscheiden hat. So behält er den Überblick!

Petrus:

Mix folgt der Stimme ihres Herzens. Während ich berechne, handelt sie einfach. Dennoch kann sie gehorchen, wenn wir miteinander reden.

Und das war damals zur Zeit der Gründung sehr wichtig!

Dank ihrer Tatkraft, ihres Vertrauens ist der Orden damals entstanden. Ich war es nicht allein.

Reporter:

Welches Ziel hatte die Gründung?

Petrus:

Damals war es üblich, dass nur die Jungen Unterricht und Ausbildung bekamen – die Mädchen hatten keinerlei Rechte. Sie waren billige Arbeitskräfte in Küche und Feld. Das konnte ich nicht mehr mit ansehen! Hier musste Abhilfe geschaffen werden!

Und so gründeten wir eine Gemeinschaft von Frauen, die sich der Erziehung der Mädchen – und zwar nur der Mädchen – wie dem Gottes Lob widmete.

Die Gemeinschaft steht zudem von ihren Anfängen an unter dem besonderen Schutz der Gottesmutter – der wir ja am heutigen Tag auch festlich gedenken!

Reporterin:

Vielleicht erzählt uns Alix noch ganz kurz, was wir am heutigen Tag denn nun feiern!

Alix:

Gerne! – – Am 9.Dezember 1640 starb Petrus Forerius – und der heutige Tag soll an ihn erinnern! Er ist schließlich der Gründer dieses Ordens. Und wenn es ihn nicht gegeben hätte – wer weiß was aus den Mädchen geworden wäre! Seit 2012 erhalten an St. Michael nun auch Jungen Unterricht. Ihnen gilt die gleiche Fürsorge und Liebe wie auch den Mädchen. Die Erziehung beider Geschlechter in je eigenen Klassen wird für die Zukunft DIE große Aufgabe sein. Wir freuen uns darauf!

Heute ist ein Tag großer Freude! Und ich wünsche euch allen, dass es ein froher Tag wird und bleibt!

Reporterin:

Ja, ich sage: Vielen Dank!

Und vielleicht könnt ihr, die ihr nun zugehört habt, ja alle heute das Motto der beiden Gründer, die sich hier vorgestellt haben, mitleben helfen.

Es heißt: Tut alles nur Mögliche Gute! –

Und so wünsche ich euch: einen guten Tag!

 

 

                                                                                                                    Alix Beverungen