Polizeibesuch des Biokurs

Bild Pistole

CSI Paderborn

Im Rahmen der CSI –Ausbildung (Crime Scene Investigation oder deutsch Spurensicherung) lernte der Biokurs des Jahrgangs 10 der Realschule verschiedene Möglichkeiten kennen, biologische Verfahren für die Täterüberführung zu nutzen. Leiter des Kurses war Herr Allroggen.

Bild 1

Als erstes ist da die Daktyloskopie zu nennen. Der Fingerabdruck wird schon seit über 100 Jahren zur Identifizierung bei Straftaten benutzt. Jeder Mensch hat einen individuellen Fingerabdruck durch die Anordnungen der Papillarleisten an den Fingerspitzen. Diese Leisten können in Schleifen, Wirbeln oder Bögen angeordnet sein. Früher wurden die Fingerabdrücke mit Rußpulver abgenommen und über Karteikarten ausgewertet. Heute werden sie über elektronische Scanner gleich in einer Datei gespeichert und können innerhalb kürzester Zeit mit anderen Abdrücken abgeglichen werden. Das BKA speichert z.Z. circa 3,5 Mio. Fingerabdrücke.

Alec John Jeffreys entwickelte in der zweiten Hälfte der 80ern eine Methode zur Identifizierung von Personen, die die gesamten polizeilichen Ermittlungen revolutionieren sollte, den genetischen Fingerabdruck. Erstmals wurde dieser DNA-Fingerprint 1986 in England bei einem Tötungsdelikt angewandt, um einen Hauptverdächtigen zu entlasten.

Mit dieser Methode kann man kleinste DANN-haltige Spuren analysieren und eindeutig einer Person zuordnen. Es reichen ein nicht sichtbarer, vielleicht sogar schon eingetrockneter, Blutstropfen oder ein Haar mit Wurzel. Mit dieser Methode ist es möglich, auch Spuren auszuwerten, die schon 20 Jahre in der Asservatenkammer geschlummert haben. Heute ist dieses Verfahren nicht nur im normalen Ermittlungsalltag „täglich Brot“, sondern wird auch für andere Zwecke, wie z.B. Vaterschaftsnachweise, Abstammungsgutachten etc., genutzt.

Bild 2

Am 04.02.2014 erfolgte dann nach der theoretischen Ausbildung die praktische: Ein Besuch bei der Polizeibehörde Paderborn. Herr Krawinkel von der Kreispolizeibehörde zeigte und erklärte uns den Leitstand der Polizei, in dem alle Meldungen und Telefonate (auch der Streifenwagen) auflaufen und gegebenenfalls Maßnahmen koordiniert werden. In der Abteilung „Erkennungsdienst“ wurden die Abläufe der erkennungsdienstlichen Behandlung gezeigt: Erstellung eines Fotos, Abnahme von Größe und Gewicht, Digitalisierung der Fingerabdrücke und Gewinnung von Schleimhautzellen für die DNA-Analyse. Nach der Besichtigung der „komfortablen“ Arrestzellen durften wir noch einen Blick in ein Polizeiauto werfen und die Funktionen der einzelnen Zusatzausrüstungen in einem solchen Einsatzwagen erfragen.

Bild 3 Bild 4

Es hat viel Spaß gemacht, einmal hinter die Kulissen des Polizeiapparates zu schauen und die Theorie mit der Praxis zu verbinden.

Der Biokurs 10a/10b