Erinnerungen aus „alten Zeiten“

Verehrte Leserinnen und Leser dieser Seite!

Hier folgen nun gesammelte Werke – in Form von Sprüchen und lustigen Ausdrucksarten – ehemaliger Schülerinnen und Lehrpersonen ab Ende der 1950er Jahre.

Sie wurden „Stilblüten“ genannt!

Foto-Geburtstag-Mecki

 Aus dem Internat:

Eine Sextanerin seufzt: „Hoffentlich fragt mich der Nikolaus nicht nach den geistreichen Werken der Barmherzigkeit!“

Eine andere erklärt: „Vor der Pensionatsmesse ist immer die Konkurrenzmesse!“ (gemeint ist die Konventsmesse)

Annegret wollte gern einmal unsere Schweine sehen. Schwester Rita versuchte ihr klarzumachen, dass das nicht möglich sei, weil sie dann durch die Klausur müsse. Darauf Annegret: „Habt ihr denn so vornehme Schweine, dass sie in der Klausur wohnen??“   (1958/59)

Eine Schulordnung aus der R IV a aus dem Jahre 1962/63:

Das Verlassen des Schulgebäudes soll vermieden werden.

Familienangelegenheiten müssen im Büro gemeldet werden. Dort wird alles eingetragen.

Die Schülerinnen sollen nur auf Pflastersteinen gehen, damit die Klassenräume sauber bleiben. Sollte jemand damit nicht genau Bescheid wissen, kann er die Aufsichtsperson fragen.

Wenn es schellt, soll nicht geschuppst werden.

Wir sollen unser Gesicht nicht mit so einer Kriegsbemalung beschmieren. Wir hoffen, dass jede Schülerin schön genug ist, um sich nicht noch die Schönheit zu verderben mit Kriegsbemalung.

Bei festlichen Anlässen soll man nicht drängen.

Das Trinkgeld soll jeden Freitag an der Schulpforte abgegeben werden.

Die Fahrräder müssen mehr nach hinten gestellt werden, sonst können sie abhanden kommen, weil täglich so viele hier vorbeigehen, die in Versuchung geraten.

Auch sollen die Schülerinnen nicht zu Hause ihr Butterbrot vergessen, denn sonst werden sie von den Eltern gebracht und Schwester Christiana weiß dann nicht, was zu wem gehört. Bei 800 Schülerinnen kann sie auch nicht jede fragen und sie kann auch keine Brote sammeln.

Wer in einer anderen Versicherung ist, braucht den Beitrag nicht bezahlen; aber die Eltern müssen es der Schülerin schriftlich geben.

Die Unterstufen brauchen noch gar keinen Schmuck aufhaben.

Jede Kasse bekommt ein Körbchen mit Inhalt (Milch und Kakao). Es ist zu unterlassen, die leeren Flaschen in der Klasse oder draußen stehen zu lassen.

Auch ist es gefährlich, Nahrungsreste auf die Erde zu werfen.

Wollreste und Nadeln dürfe nicht einfach mitgenommen werden, denn sonst hat die Schule keine mehr.

In der großen Pause möge man die Lehrpersonen nicht aufsuchen, denn sie können auch einmal ein bisschen Ruhe vertragen. Schülerinnen, die trotzdem ein dringendes Geschäft erledigen müssen in der großen Pause, sollen dies schnell machen und keine andere Schülerin dazu mitbringen.

Wenn es geht, soll man während des Unterrichts die Schule nicht verlassen.

 

ROIII – 1960/61:    Ein Baby mit einem Kinderwagen schob eine Mutter hinaus.

RUIIIa – 1962/63: Die Spitzin hatte Vertrauen zu ihm und brachte ihm, als er sie tot geprügelt hatte, trotzdem noch sterbend ihr Junges.

RVIa – 1962/63:     „Wir haben in Deutsch sowas Komisches durch genommen.“ – „Was war das denn?“ „Das hatte irgendetwas mit Hänsel und Gretel zu tun…. Knusperquamfekt hieß das.“ (Plusquamperfekt)

RUIIIa – 1963/64: Da mein Vater vor einem Jahr gestorben ist und ich die gleiche Neigung habe wie er, möchte ich Ostern die Schule verlassen (aus einem Lebenslauf)

Der blass-gelbe Sonnenball steht fast senkrecht am Himmel und prallt unbarmherzig auf mich hernieder!

RUIIIa – 1964/65: Zur Zeit besuche ich die St. Michaelsschule; „realistischer“ Zweig.

Sexta – 1965/66:    Wir brauchten unseren Hund nicht mehr zu taufen; denn als wir ihn bekamen war er schon gebraucht.

RUIIIa – 1966:        Sechs Heidenkinder haben wir außer der Muttergottes in unserem Klassenzimmer aufgehängt.

RUIIIb – 1966:        In Hardehausen konnten wir die Kirche nur von außen besichtigen, da sie von innen besetzt war.

ROIIIa –  1966:       Eine Typhusepisode raffte viele Menschen dahin.

Die Reise lief noch einmal vor meinen Augen her.

ROIIIa – 1967:        Der kleine Hund gewöhnte sich sehr schnell an den Vater und die anderen Haustiere.

RVb – 1967/68:      Sätze mit „binnen“: Ich binnen Mädchen! Der Hund hatte die Wurst binnen.

ROIIIa – 1967/68: Der Duft einer Apfelsinenschale steigt mir in die Nase, die gerade eine Schülerin abpellt.

RUIIa – 1968/69:   In Chemie ist es sehr interessant, mit dem zuständigen Lehrkörper ein Experiment zu machen.

RUIIb – 1969/70:  Die Vorteile entsprechen genau dem Gegenteil der Nachteile.

In der Kirche wird kein Latein mehr gesprochen und dadurch bekommen die Menschen ein Mitspracherecht.

ROIIIa – 1970/71: Die Orthoptistin betreibt Muskeltraining der Augäpfel, um ein Sehen bei Schielstellung auf beiden Augen hervor zu rufen.

RUIIb – 1971/72:   Die Dorfbewohner haben meistens ein eigenes Haus mit großem Garten, in dem sich die Kind und Haustiere richtig austoben können.

Am Wochenende wird ins Grüne gefahren. Der Dorfbewohner dagegen muss sich nach einer anderen Freizeitbeschäftigung umsehen.

Da jedoch viele auf den Gedanken kommen, ins Grüne zu fahren, endet alles in einem Chaos.

ROIIIa – 1972/73: Seine abgewetzte und geflickte Jacke hängt lässig bis zu den Oberschenkel seiner schlotterigen Hose.

R10a – 1973/74:     Die Kirche ließ alle Irrlehren untersuchen. Die falschen wurden vernichtet, die richtigen Kanon zusammengefasst.

Auf Anraten des Fachlehrers schlug ich den gymnasialen Zweig des „Michaelsklosters“ ein.

R5a:                              Können Sie uns wohl „Gotteslöber“ leihen?“

R5b – 1994:                St. Michael ist der „Schußpatron“  unserer Schule!

R10b – 1994:             Thema: Geheime Offenbarung „kosmetische“ Liturgie! (Es heißt: kosmische Liturgie)

Aus dem Kloster 1963:  Wo ist die Heizung kaputt?

M. Gisela läßt sich nicht drehen und M. Bernarda tröpfelt manchmal.

Schwester Meinolfa wird am 2.11. gefragt: „ Wo sind denn die Schwestern alle?“     „Ja, wenn ich das wüsste! Sollen wohl alle im Fegefeuer rumlaufen?“